Aktuelle Position: Betriebe / Wilhelm Weule
Deutsch
Montag, 21.05.2012

Wilhelm Weule - ein Spezialist für die Beleuchtungstechnik

Logo von Wilhelm Weule Goslar

Die Firma Wilhelm Weule GmbH & Co. in Goslar war am 11. Mai 2010 das Ziel einer Betriebsstudie der Wirtschaftsjunioren Harz e.V. Die Produktionsschritte und das Fertigungsprogramm optischer Bauelemente für die Beleuchtungsoptik wurden den Teilnehmern von dem Geschäftsführer, Johann-Friedrich Weule, persönlich erläutert. Zu dem Produktionsprogramm gehörten Glashohlspiegel, Linsen aus Glas, die Seezeichen-Optik und Sonderteile aus Glas. Der stellvertretende Sprecher, Sascha Köbke (Harzer Kartonagenfabrik Fritz Nickel GmbH & Co. KG), dankte im Namen der Wirtschaftsjunioren für die Einblicke.

Im Jahre 1896 startete Wilhelm Weule das Unternehmen mit geschliffenen Linsen für Schiffs-Positionslaternen. Zuvor hatte er bereits mit seinem Bruder die Turmuhrenfabrik J. F. Weule in Bockenem geleitet; dort war durch die Herstellung von Antriebswerken für Leuchtfeuer eine erste Beziehung zum Seezeichenwesen entstanden. In der Folgezeit entwickelte sich der Betrieb zu einem Spezialisten für Leuchtfeuer-Optiken. In den 1930er Jahren entstanden Verbindungen zur Eisenbahnsignaltechnik. Für die Laternen der Streckensignale wurden Hohlglas-Reflektoren hergestellt. Bereits damals wurden erste große Scheinwerferspiegel gefertigt. Nach dem Krieg wurden auch Spiegel zum Einbau in Kinoprojektoren produziert. In Zusammenarbeit mit der Bahn und den Signalherstellern entwickelte die Firma Wilhelm Weule eine optische Alternative zu den bis dahin benutzten Hohlspiegeln: Streckensignale wurden jetzt mit hochwertigen asphärischen Plankonvexlinsen ausgerüstet.

Noch heute seien große, stark gewölbte Hohlspiegel eine Spezialität des Unternehmens. Die Spiegel würden mittels Schleifen und Polieren aus gepressten Rohlingen herausgearbeitet. Weiterhin sei der Betrieb auf die Herstellung sphärischer und asphärischer Linsen bis hin zu sehr großen Durchmessern und verschiedenster Sonderteile eingerichtet. Als Tribut an die eigene Geschichte erhalte die Firma Weule das Know-how und die Maschinen zur Fertigung der Fresneloptik für Leuchtfeuer und Seezeichen. Die Jahrzehnte brachten eine Erweiterung der traditionellen Lieferpalette auf moderne Produkte für die Licht-, Kino-, Computer- und Solartechnik. Es sei das Anliegen des Betriebes, an der Erschließung immer neuer Gebiete für die Beleuchtungs-Optik beteiligt zu sein. Hierzu werde mit den verschiedensten Hochschul- und Forschungsinstituten zusammengearbeitet.