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Montag, 21.05.2012

RECYLEX: Recyceln, wandeln, wertsteigern

Auf Einladung des Geschäftsführers, Dr. Reimund Westphal, besuchten die Wirtschaftsjunioren Harz unter der Leitung ihres Sprechers, Antonio Faria-Kraus, am 21. Januar die RECYLEX-GROUP. Auf dem Werksgelände im Goslarer Stadtteil Oker gehören dazu die Harz-Metall GmbH, C2P Germany GmbH und Norzinco GmbH Harzer Zinkoxide. Auch die PPM Pure Metals GmbH in Langelsheim (Astfeld), die Reinstmetalle Osterwieck GmbH und die Weser-Metall GmbH in Nordenham gehören in Deutschland der Gruppe an. Einige Bereiche verfügten über mehr als hundert Jahre Erfahrung im Sektor der Metallurgie. Die ursprüngliche Metallurgie wurde in den Unternehmen weiterentwickelt, so dass die Unternehmen heute zu den modernen energie- und ressourceneffizienten und die Umweltbelange beachtenden Recyclingunternehmen der Nicht-Eisen-Metallurgie (NE-Metallurgie) zählen. Die wichtigsten Absatzmärkte sind die Automobil-, Elektronik-, Kommunikations- und Lackindustrie, der Schiffbau, die Pharmazie und die Bauwirtschaft, wodurch deutlich wird, dass die NE-Metallurgie eindeutig ein Motor für unseren heutigen Stand der Technik ist: „NE-Metalle sind modernes Leben“.

Peter Brandes, als Prokurist verantwortlich für das Vorstoffmanagement bei der Harz-Metall GmbH und ehemaliger Wirtschaftsjunior, leitete die Werksführung. Mit seinen Kollegen Dreier, Dominik und Gomez stellte er die Unternehmen vor und zeigte, in welchen Dimensionen die NE-Metallurgie heute arbeiten kann. Die internationale RECYLEX-GROUP mit Hauptsitz in Paris ist ein europäischer Spezialist für das Recycling von Blei und Kunststoff (aus Kraftfahrzeug- und industriellen Batterien), das Recycling von Zink aus dem Staub von Elektrostahlwerken und die Produktion von Zinkoxid und Spezialmetallen für die Elektronikindustrie. Die Unternehmensgruppe ist aus einem Zusammenschluss der Blei- und Zinkaktivitäten der ehemaligen Peñarroya und der PREUSSAG AG METALL hervorgegangen und firmierte bis 2007 als Metaleurop. Als drittgrößter Bleiproduzent in Europa hat die RECYLEX-GROUP derzeit vor allem Niederlassungen in Frankreich, Deutschland und Belgien mit ca. einem Dutzend Produktionsstandorten und beschäftigt mehr als 600 Mitarbeiter, davon ca. 500 in Deutschland.

Der Standort Oker sei bereits 1527 von den Braunschweiger Herzögen als Blei- und Silberhütte genutzt worden, so Brandes zu der frühen Historie des Standortes. Bis hinein in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die Erze des mehr als 1000-jährigen Bergbaus am Rammelsberg bei Goslar die Basis der Gewinnung von Blei, Silber, Kupfer und Zink, sowie zahlreicher Nebenmetalle. Die Erschöpfung der Lagerstätten und der Verfall der Metallpreise führten zu einer Anpassung der Aktivitäten hin zu einem umweltgerechten Recycling. Die Harz-Metall GmbH betreibt heute in Oker eine Akkuschrottaufbereitung und eine Drehrohrofenanlage. In der Akkuschrottaufbereitung werden verbrauchte Bleiakkumulatoren aus Fahrzeugen und Notstromanlagen rein stofflich so verwertet, dass neben den Produkten für die spätere Bleigewinnung auch die Kunststoffbestandteile der verbrauchten Akkumulatoren dem Wertstoffkreislauf zugeführt und nicht durch die Alternative einer thermischen Verwertung bzw. Deponierung entzogen werden. Bezogen auf die Akkumulatoren wird eine Recyclingquote von ca. 80% erreicht. Betrachtet man den reinen Bleiinhalt der Akkus wird sogar von einer Recyclingquote von 98% berichtet, da der gesamte Bleiinhalt wieder in den Wertstoffkreislauf zur Herstellung von Bleiakkus eingesetzt wird.

Die C2P Germany GmbH produziert aus dem zurück gewonnenen Polypropylen zusammen mit anderen polypropylenhaltigen Abfällen ein hochwertiges Regranulat für die Zulieferindustrie der Automobilindustrie. Kernprozess der Compoundierung ist die Extrusion. Das Extrudat, dessen anwendungsspezifische Materialzusammensetzungen durch Zugabe von mineralischen Füllstoffen, Additiven und Farbbatch individuell eingestellt ist, wird gefiltert, granuliert, getrocknet, gesiebt und homogenisiert.

Die NORZINCO GmbH hat sich als einer der führenden europäischen Zinkoxidlieferanten etabliert. Neben der Herstellung von Zinkoxid und Zinkstaub werden die Aktivitäten durch den Vertrieb von chemisch-technischen Spezialpigmenten ergänzt. Einsatzstoffe für den thermischen Produktionsprozess sind zinkhaltige Vorstoffe, wie z.B. Feinzink, aber auch Sekundärvorstoffe wie Altzink oder Umschmelzzink. In Goslar wird Zinkoxid und Zinkstaub nach dem New Jersey-Verfahren produziert. Da der Zinkdampf, bevor er zu Zinkoxid oxidiert oder zu Zinkstaub kondensiert wird, einer fraktionierten Destillation unterworfen ist, können selbst aus zinkhaltigen Sekundärrohstoffen hochreine Endprodukte hergestellt werden, die z. B. in Kosmetika, Kristallglas, Wundcremes oder Medikamenten eingesetzt werden.

Bei den Wirtschaftsjunioren hinterließ die Betriebsstudie mit anschließender Werksführung einen nachhaltigen Eindruck über die Leistungsfähigkeit des modernen thermischen Recyclings von Metallen und Kunststoffen der RECYLEX-GROUP.

 

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