
Lean Production und Six Sigma
Lean Production und Six Sigma – Analyse ausgewählter Konzepte aus produktionswirtschaftlicher Sicht
Moderne Ansätze und Werkzeuge des Produktions- und Qualitätsmanagements zielen auf die durchgängige Vermeidung von Verschwendung auf allen Stufen der Wertschöpfung durch konsequente Kundenorientierung, optimierte Aufbau- und Ablauforganisation und den Einsatz vielfältiger Qualitätssicherungstechniken.
Im Vortrag sollen wichtige Lean-Production- und Six-Sigma-Konzepte aus Sicht der produktionswirtschaftlichen Theorie analysiert werden.

- v.l. Prof. Dr. Schwindt, Eric Mochmann (WJ Harz) und Indra Rivas Y Sandin (Consulting Team)
Zu einer „Analyse ausgewählter Konzepte aus produktionswirtschaftlicher Sicht“ am Beispiel von Lean Production und Six Sigma hatten die studentische Unternehmensberatung Consulting Team und die Wirtschaftsjunioren Harz e.V. eingeladen. Am 7. April referierte in Goslar Professor Dr. Christoph Schwindt, Leiter der Abteilung für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Produktion und Logistik, am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Clausthal. Qualitätsmanagements zielten auf die durchgängige Vermeidung von Verschwendung auf allen Stufen der Wertschöpfung ab durch konsequente Kundenorientierung, optimierte Aufbau- und Ablauforganisation und den Einsatz vielfältiger Qualitätssicherungstechniken.
Die traditionelle Produktionsplanung befasse sich mit dem Management des zielgerichteten Einsatzes der Produktionsfaktoren zur Erreichung produktionswirtschaftlicher Ziele. Dies sind Rentabiliäts-, Kosten-, Effizienz-, Mengen-, Zeit- und Qualitätsziele. Die Produktions- und Kostentheorie sowie die Produktionsplanung und –steuerung seien wichtige Teilgebiete. In der Praxis ergäben sich jedoch eine Reihe von Zielkonflikten, etwa zwischen Qualität und Produktivität oder Kapitalbindung und Lieferbereitschaft. Traditionelle und neuere Ansätze des Produktionsmanagements würden sich hinsichtlich der Behandlung von Zielkonflikten unterscheiden. Dr. Schwindt beschrieb in diesem Zusammenhang die Architektur von Planungs- und Steuerungssystemen und den sog. Advanced-Planning-Systemen.
Lean Production sei eine Form der Produktionsorganisation, die durch sparsamen und zeiteffizienten Einsatz der Produktionsfaktoren Verschwendung auf allen Stufen der Wertschöpfung vermeiden soll. Unter Verschwendung fielen dabei alle Prozesselemente, die nicht unmittelbar zum Kundennutzen beitragen. Dies sind Überproduktion, Bestände, Transporte, ungünstige Bewegungsabläufe, Wartezeiten, Überbearbeitung, Ausschuss, Nacharbeit und ungenutztes Potential. Eine Grundlage bilde hier das Toyota Production System (TPS). Wesentliche Elemente seien die Optimierung von Abläufen, flache Hierarchien, Qualifikation und Motivation von Mitarbeitern, die Verstetigung von Verbesserungsprozessen und Standardisierungen. Auch eine robuste Produktionstechnik mit hoher Prozessfähigkeit, Verfügbarkeit und kurzen Rüstzeiten sowie die durchgängige Qualitätssicherung und die Steuerung nach dem Just-in-Time -Prinzip seien kennzeichnend.
Bei Six Sigma würden Prozesse mit statistischen Mitteln beschrieben, gemessen, analysiert, verbessert und überwacht. Mitarbeiter erhielten hierfür eine spezielle Ausbildung. In der Praxis stünden mit der Six-Sigma-Toolbox zahlreiche Qualitätsmanagement-Werkzeuge zur Verfügung. Aktuelle Studien würden die Übertragbarkeit des TPS-Ansatzes zu bestätigen. Dr. Schwindt ermunterte die Teilnehmer, über kleinere Veränderungen nachzudenken.


