Aktuelle Position: Arbeitskreise / Arbeitskreisübergreifende Aktionen / Bewerberauswahl und Stellenbesetzung
Deutsch
Montag, 21.05.2012

Bewerberauswahl und Stellenbesetzung - Vortrag von Gabi Walther

Die richtigen Mitarbeiter auswählen und einstellen

Die Braunschweiger Personalberaterin Gabi Walther referierte am 23. August vor den Wirtschaftsjunioren Harz e.V. zu dem Thema Personalauswahl und Bewerbungen.

Ein geübter Personalwirtschaftler benötige zwei Minuten, um eine Bewerbung zu beurteilen, so Walther. Lücken im Lebenslauf würden häufig geschönt und erschlössen sich manchmal erst, wenn man die Angaben mit den Zeugnissen abgleiche. Bei einer Stellenbesetzung müsse man sich zunächst über die Bewertungskriterien klar werden. Außerdem sollte man sich bewusst machen, dass die Bewerberauswahl von der eigenen subjektiven Wahrnehmung beeinflusst werde.

Auch sollte man sich davor hüten, allgemeingültige Wertungen vorzunehmen. Viel wichtiger sei es, die Bewertungskriterien nach Berufsbildern zu differenzieren. Bei Berufen im Finanzwesen, bei denen es auf Genauigkeit ankomme, seien auch kleine Fehler in den Bewerbungsunterlagen wie etwa Zahlendreher nicht akzeptabel. Demgegenüber könne man bei einem Kraftfahrer oder Handwerker darüber schon einmal hinweg sehen. Dort komme es eher auf Berufserfahrung, die Dauer der Berufstätigkeit bei früheren Arbeitgebern oder auf Führerscheine mit Relevanz auf die Stellenausschreibung an. Bei Bürokräften wie Sachbearbeitern oder Sekretärinnen spiele das sprachliche Ausdrucksvermögen eine besondere Rolle, bei Buchhaltern oder Steuerfachangestellten eher weniger.

Auch dürfe man nicht blind auf Testverfahren vertrauen. Im Vordergrund stehe die Qualifikation, die Kompetenz und die Persönlichkeit des Bewerbers. Anhaltspunkte für eine Bewerbung lieferten vollständige, richtige und saubere Bewerbungsunterlagen und ein aussagekräftiger Lebenslauf. Das Anschreiben sollte einen individuellen Bezug auf die Stelle und auf die Qualifikation des Bewerbers haben. Das Aussehen der Bewerber anhand der Fotos werde in der subjektiven Wahrnehmung häufig überbewertet. Unternehmen dürften Fotos heute auch gar nicht mehr anfordern. In manchen Berufen, wie etwa bei Verkäufern, komme es tatsächlich auf ein attraktives Äußeres an, in anderen nicht.

Auch das häufig genannte Vorurteil, dass korpulente Menschen träger seien als schlanke, könne sich als Irrtum herausstellen. Juniorensprecher Eric Mochmann dankte Frau Walther, die bereits im letzten Jahr vor den Wirtschaftsjunioren referiert hatte, für den wiederum glänzenden, praxisnahen Vortrag, der den Teilnehmern viele wertvolle Anregungen geliefert hat.